15.07.2010 - Projekt der Drogenberatung für Kunden der Arbeitplus: " Erfahrungswerte III " stellt erste Arbeitsergebnisse vor

Winzer'scher Garten

Anfang März 2010 begann die Drogenberatung e. V. im Rahmen des AGH-Projektes „Erfahrungswerte III“ mit den Außenarbeiten im Winzer’schen Garten auf dem Johannisberg. Trägerin des Projekts „Erfahrungswerte III“ ist die Drogenberatung e. V. in Kooperation mit  Arbeitplus in Bielefeld GmbH, der REGE mbH Bielefeld und dem Umweltbetrieb der Stadt Bielefeld.

Am Fuße des Johannisbergs – zur Seite Hochstraße – befindet sich der Winzer’sche Garten. Auf diesem Gelände wurde von 1880 – 1890 eine Villa gebaut, deren Eigentümer bis 1921 die Familie Winzer war. Die ehemals prachtvolle Gartenanlage der Villa – mit einem Steintisch, einer Tuffgrotte, einer Sandsteinbrücke und möglicher anderer Artefakte wurde bei einem Bombenangriff 1944 völlig zerstört. Die Stadt Bielefeld erwarb das Gelände im Jahr 1953. Die Gartenanlage fiel der Vergessenheit anheim. Erst im Zuge der aktuellen Veränderungen auf dem Johannisberg rückte der Garten wieder in den Fokus. In die bisherige Planung und die mittlerweile begonnene Umsetzung des Gestaltungskonzeptes „Historischer Park Johannisberg“ wurde das Areal “Winzer‘scher Garten” bisher jedoch nicht einbezogen. Insofern erfüllt das Projekt „Erfahrungswerte III“ die Fördervoraussetzung für sog. Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung: Die Arbeiten sind zusätzlich und liegen im öffentlichen Interesse, d. h. sie sind gemeinnützig. Vor diesem Hintergrund konnte die Drogenberatung e. V. das Beschäftigungsprojekt  „Erfahrungswerte III“ mit den oben genannten Kooperationspartnern entwickeln und durchführen.

Im Projekt „Erfahrungswerte III“ sind 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer (12 erhalten Arbeitslosengeld II/SGB II, 2 Personen erhalten Leistungen nach dem SGB XII) mit dem „Wiederfinden“ des ursprünglichen Gartens sowie der Vorbereitung einer möglichen späteren Integration in den „Historischen Park – Johannisberg“ beschäftigt.

Die derzeitige arbeitsmarktpolitische Förderung (insbes. Rechtskreis SGB II) wirkt nur bedingt bei der Integration drogenabhängiger und substituierter Menschen, da die klassischen Arbeitsmarktinstrumente abhängigkeitsbedingte Integrations- und Vermittlungshemmnisse nur unzureichend berücksichtigen. Die Drogenberatung e.V. beschäftigt sich aus diesem Grund seit mehreren Jahren auch mit dem Thema "Arbeit und Qualifizierung". Die Zielgruppe für Projekte der Drogenberatung e.V. sind arbeitslose Menschen mit dem Vermittlungshemmnis Sucht.

Ziel des Projektes ist die Arbeitsmarktintegration langzeitarbeitsloser Menschen durch die Erprobung der individuellen Arbeitsfähigkeit, die Schaffung einer Tagesstruktur sowie spezifischen Qualifizierungen. Mit dieser Maßnahme wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein (weiterer) Schritt auf dem Weg des Herauswachsens aus der Sucht, zu ihrer sozialen Stabilisierung sowie zur Entwicklung tragfähiger Berufs- und Lebensperspektiven angeboten.

Die „Suche nach dem ursprünglichen Garten“ bildet seit März 2010 den Schwerpunkt der Außenarbeiten im Rahmen des Projektes.

Unter fachlicher Anleitung wurden im „Winzer’schen Garten“ bisher folgende Arbeiten verrichtet:

  • Rückschnitt der Brombeeren und des Efeus
  • Freilegung von Treppen, Mauern, Wegen, Fundamenten und verschütteten Stützmauern
  • Aufräumarbeiten
  • Sicherung der Fundstücke

Außerhalb des Gartens:

  • Freilegung des Bachlaufs unterhalb des Park In – Hotels
  • Aufräumarbeiten in den von Bäumen freigestellten Böschungen und im Wald

Und auf dem gesamten Gelände: Immer wieder Rückschnitt des Bewuchses.

Der bisherige Arbeitsprozess wurde fotographisch dokumentiert. Weiterhin arbeiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Recherche für eine Präsentation der Geschichte des „Winzer‘schen Gartens“, des Johannisbergs und einer Dokumentation ihrer Arbeit auf dem Gelände. Vor einigen Wochen wurde ein „Bauschild“ mit Informationen zum Projekt an der Hochstraße aufgestellt.

Der Winzer’sche Garten präsentiert sich heute so:

Die wesentlichen Gartenelemente sind inzwischen sichtbar geworden, ebenso ist die Struktur der Gartenanlage – zumindest in Teilen – erkennbar. Und zwar in den Teilen, die nicht im Zusammenhang mit dem Gebäude beseitigt oder zerstört wurden.

Bei der Suche nach den Stützmauern der Gebäude gab es bisher keine nennenswerten Funde, da  sie offenbar  vollständig entfernt wurden.

Nach Abtransport des Grünschnitts werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Teile des voraussichtlich noch vorhandenen Hofes (Zufahrt zur ehemaligen Remise) freilegen.

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